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3. Kunstpreis 2027
Utopia: Arbeit(en) im Jahr 2050

Die Jury des Kunstpreises hat im Mai getagt und aus über 30 Künstler*innen und Künstlerkollektive Hannah Cooke, Isabelle Konrad und Malte Römer sowie die beiden Künstlerkollektive Lina Determann + Jette Schwabe sowie das M.A.D. Kollektiv (Marie Herrndorff, Arthur Schuman, David Tanner) ausgewählt und sie zur Konkretisierung ihrer Konzepte aufgefordert. Die Künstler*innen und -kollektive überzeugten die Jury mit ihren teils installativen, teils partizipativen Konzepten, die, dem Kunstpreis entsprechend, medienoffen Tanz, Performance, Film und Skulptur miteinander verbinden. Die Bandbreite des Themas spiegelt sich ebenso wider, die vom ironischen Kommentar auf unsere Arbeitswelt bis zu ihrem kritischen Hinterfragen reicht. Auch Einzelaspekte wie Care Arbeit und das Phänomen der Tread Wifes werden ebenso aufgegriffen, wie insbesondere mehr oder minder allgemeine Aussagen entstehen sollen zur Rolle des Menschen in einer sich verändernden Arbeitswelt.

Worum geht’s?

Digitalisierung, Automatisierung, Flexibilisierung und De-Karbonisierung sind Themen, die den Arbeitsmarkt rasant verändern und Druck auf die Erwerbstätigen ausüben. Dieser wird noch durch den demographischen Wandel verstärkt, denn durch die Alterung der Gesellschaft werden dem Arbeitsmarkt im Jahr 2050 weit weniger Menschen zur Verfügung stehen als heute, während die (heute durch Arbeitsleistung finanzierten) Sozialsysteme deutlich mehr Nicht-Erwerbstätige absichern müssen.

Um den heutigen Wohlstand zu sichern, müssen einerseits die Erwerbstätigen immer besser ausgebildet sein. Andererseits verspricht der Einsatz von humanoiden Robotern und Künstlicher Intelligenz eine Linderung des Arbeitskräftemangels. Allerdings werden sie ihn nicht gänzlich beseitigen können: Hohe Kosten, ihren Einsatz begrenzende Gesetze, die jeweilige Technikaffinität oder -ferne der sie potenziell nutzenden Menschen limitieren ihre Anwendung. Hinzu kommt, dass sie die sozial-emotionale zwischenmenschliche Interaktion nicht werden ersetzen können.   Folglich werden einerseits Arbeitsplätze in bestimmten Branchen entfallen, andererseits werden neue Arbeitsplätze und -aufgaben entstehen. Im Zusammenklang mit Fragen rund um Gleichberechtigung und Migration wird sich der Arbeitsmarkt ändern – egal, ob wir dies wollen oder nicht. Vor dem Hintergrund des geschilderten demographischen Wandels wird sich zudem auch der Blick auf die Arbeit im Allgemeinen verändern, die möglicherweise eine Neubewertung erfahren wird.

Der 3. Kunstpreis wird am Sonntag, 6. Juni 2027 im Alten Dampfbad in Baden-Baden verliehen. Wir freuen uns sehr, dass die Gesellschaft der Freunde für junge Kunst Partner des 3. Kunstpreises in der TRK „Peter Weibel“ ist.